Fact&Fake

Romane, die im Hier und Heute spielen, kommen gar nicht umhin, Dichtung und Wahrheit zu vermengen. Schließlich geben die Vorgänge in dieser Welt den Rahmen für die erfundene Handlung. Außerdem fließt zwangsläufig das eine oder andere aus der Erfahrungswelt des Autors in die erzählten Geschichten ein. 

In dieser Rubrik werden einige Fakten verraten, die Einfluss auf die Romane hatten und die es, vielleicht, wert sind, von den Leserinnen und Lesern über andere Kanäle vertieft betrachtet zu werden.

Olgas 1. Fall

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Olgas 2. Fall

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Das "Europäische Theater" ist eine Erfindung und zugleich ein Avatar für eine große Baumaßnahme mitten in München, deren Kosten explodiert sind und deren Zeitplan sich in die Länge zog und zieht.


Bei großen Baumaßnahmen der öffentlichen Hand ist dies nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte die Regel. Kostenexplosion und Bauzeitverlängerung sind ärgerlich und für den Steuerzahler belastend. Gern wird dann nach Schuldigen gesucht -  dabei handelt es sich vielfach um ein strukturelles Problem. Öffentliche Bauvorhaben sind politische Projekte, müssen im jeweiligen politischen Raum entschieden werden; daher werden oft günstige Kostenansätze gewählt, um Mehrheiten für die jeweiligen Projekte zu finden. Erschwerend kommt hinzu, dass die öffentliche Hand zunächst mit den Kosten zum Zeitpunkt der Planung arbeitet und keine Indizierung der Kosten vornimmt - d. h. die jährlichen Preissteigerungen werden anfangs nicht oder nicht realistisch berücksichtigt. Manchmal geschieht es sogar, dass man ein Projekt mit einem gegriffenen Ansatz startet, nach dem Motto: So viel Geld haben wir gerade - später sehen wir weiter. 

Im Freistaat Bayern wird seit kurzem versucht, bereits in der Planung mit Sicherheitsreserven für Preissteigerungen zu arbeiten und sich somit von Anfang an "ehrlicher" zu machen. Man wird sehen, ob dadurch öffentliche Großbauten kalkulierbarer werden; zu hoffen wäre es.

 
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Vor etlichen Jahren gab es an einigen Kliniken in Deutschland schwerwiegende Probleme im Bereich der Versorgung mit Spenderorganen, die medial als Transplantationsskandale begleitet wurden. Jedoch führten in Bayern verortete missliche Umstände an betroffenen Universitätskliniken (Regensburg und München) zur Rehabilitation der verantwortlichen Chefärzte.

Die Entscheidungswege für die Zuteilung von Spenderorganen sind inzwischen klar gesetzlich und organisatorisch geregelt; die Voraussetzungen für Lebendspenden sind ebenfalls eindeutig im Transplantationsgesetz niedergelegt. Organhandel und Spenden aus finanziellen Interessen sind in Deutschland verboten. Die Einhaltung der Voraussetzungen für Lebendspenden wird in Deutschland streng kontrolliert. 

Weltweit gibt es jedoch teils schwere Missstände bei der Versorgung mit Spenderorganen. Der globale illegale Organhandel ist kaum empirisch fassbar, da er sich im Dunkeln abspielt; eine Ausarbeitung aus dem Jahr 2017 des Deutschen Bundestags (WD 7 - 3000 - 023/17) kommt zu folgender Feststellung: »Der illegale Handel mit Organen ist in den letzten Jahren zu einem globalen Phänomen und Problem geworden. Beschränkte sich dieses früher noch hauptsächlich auf den indischen Subkontinent und Südostasien, so betrifft es heutzutage jeden Kontinent und damit auch Europa.«

Kern des Problems ist der Mangel an Spenderorganen; wer immer es daher vermag, könnte mit einem Organspendeausweis helfen. Allen, die einen bei sich tragen, ein herzliches Danke!