Julia - Von Verona nach München



In München gibt es einige Stellen, an denen es Glück bringen soll, wenn man etwas anfasst oder drüberstreift. Vermutlich am bekanntesten sind die Löwenschnauzen vor dem Eingang der Residenz - die altehrwürdige Bronze zeigt die Spuren aller Glückssuchenden nur allzu deutlich: hell glänzt die Löwennase und fordert geradezu dazu auf: Berühr mich!


Am Alten Rathaus steht ein anderer dieser Sogenannten "Glücksbringer": Julia - eine München vor vielen Jahren geschenkte Duoblette des Veroneser Originals. Ob in Verona oder in München, angeblich bringt es Glück, wenn man Julia berührt, eindeutig berührt, wie dem Foto unschwer zu entnehmen ist. - Okay, zum einen ist das Geschmackssache ... Meine Romanheldin Olga würde sagen: Das gehört sich nicht.


Nun ist aber tatsächlich so eine Art Streit darüber entbrannt, wie man mit Julia am Alten Rathaus umgeht ... Soll man die Skulptur gar entfernen? Der jüngste satirische Beitrag lautete, man sollte ein männliches Pendant daneben stellen, von wegen "Gender-Gerechtigkeit" ...


Ein humorvoller Umgang mit dieser Frage tut der "Weltstadt mit Herz" sicher gut, das Kind mit dem Bade sollten wir nicht ausschütten - aber eines wäre zu wünschen: Ein reflektierter Umgang damit, wo man hinfassen sollte und wo nicht, wenn man sich Glück wünscht. Vielleicht schauen wir künftig Julia einfach nur an - und gehen dann gelegentlich ins Theater, denn auch dort macht Kunst glücklich.




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