Synästhesie - Der Klang von Feuerblau - Ein Debutroman

Dieser Tage habe ich einen Roman gelesen, der sich mit einer Heldin beschäftigt, die Farben sieht, wenn sie Töne hört. Für das Geschenk, das mir die Lektüre von "Der Klang von Feuerblau" gemacht hat, habe ich mich mit einer Rezension auf lovelybooks bedankt:


"Liebe Freundinnen und Freunde der Literatur, meine erste Rezension, die ich hier schreibe, gilt einem bemerkenswerten Roman einer jungen, einfühlsamen Autorin.

Wenn ich Sie einlade zu einer literarischen Reise durch das Farbenspiel von Tönen, mache ich das nicht unbefangen, sondern emotional, nicht literaturkritisch, sondern als Literaturliebhaber. Im Zentrum der Geschichte steht die Synästhesie, das ist die Verknüpfung zweier unterschiedlicher Sinneswahrnehmungen.

Kit, die Heldin der Geschichte, sieht Farben, wenn sie Töne hört. Kit ist äußerst musikalisch, und wenn sie Musik hört, stürzen bunte Bilder auf sie ein. Für Kit ist das manchmal schmerzhaft. Allein das macht Kits Geschichte interessant. Aber das würde kaum mehr abgeben als eine Shortstory im Hemingwayschen Sinn.

Da Synästhesie aber erblich ist, verbindet diese Besonderheit Kit mit ihrem Vater – und es ist ein Musikinstrument, das diese Verstrickung schicksalhaft macht. Kits Vater ist ein weltberühmter Cembalist, der bei einem Autounfall seine rechte Hand verliert. Das verändert seine Persönlichkeit. Kit ist hochtalentiert am Cembalo, aber der frustrierte Vater quält sie beim Üben und verleidet ihr letztlich das Spiel.

Wir treffen Kit an der Stelle in ihrem Leben, an der sie mit ihrem Vater gebrochen hat. Seit rund einem Jahr herrscht völlige Sprachlosigkeit zwischen Vater und Tochter. Ob sie will oder nicht, Kit leidet darunter, vor allem, weil sich ihr Vater nicht meldet und entschuldigt. Wir begleiten Kit auf der emotionalen Reise ihrer Vaterbeziehung, die Fahrt aufnimmt, weil ihr Vater plötzlich und unerwartet stirbt. Was die Versöhnung final verhindert. Kit muss jetzt alles mit sich selbst ausmachen – und der Roman ist letztlich Kits Reise vom Kind zur Frau.

Erstaunlich ist, wie kurzweilig diese Reise auf mehr als 200 Seiten ist, obwohl gar nicht viel an äußerer Handlung geschieht. Ja, das eine oder andere schon, das ich hier auch gar nicht verraten will, aber es ist im Grunde ein introvertierter Roman voller Poesie. Eine moderne, oft knappe Sprache und trotzdem ein Gedicht. Das Spiel der Töne in den Farben harmoniert mit den Gefühlen auf eine beinahe magische Weise. Ich habe mich festgelesen und fand es spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Kits Reise ist ein oft schmerzlicher Tanz durch ein Wunderland – wer sich drauf einlässt, wird diese Reise genießen."


In meinem Roman "Bodenloser Fall" hat Olgas Ermittler Alex einen Blick auf eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung - unter dem Blickwinkel des Vaters. In "Der Klang von Feuerblau" ist es der Blickwinkel der Tochter, und genau das machte für mich diese innere Reise besonders faszinierend. - Wer also gern mal einen Roman liest, der sich introvertiert mit der Entwicklung von Menschen befasst, dem kann ich dieses Buch wirklich sehr empfehlen.



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